Tomoxetin Hypercon (Atomoxetin) 40mg

Tomoxetin Hypercon (Atomoxetin) 40mg

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Arzneistoff:  Atomoxetin

Consern Pharma Ltd.
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Atomoxetin ist ein zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zugelassener Arzneistoff, der kein Abhängigkeitspotential hat. Ursprünglich wurde Atomoxetin zur Behandlung von Depressionen entwickelt, hat sich diesbezüglich jedoch als unwirksam erwiesen.




Allgemeine Information

Der Wirkstoff Atomoxetin wird zur Therapie der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) angewendet. Er ist im Gegensatz zu anderen Wirkstoffen zur ADHS-Behandlung nicht als Betäubungsmittel eingestuft und hat kein Abhängigkeitspotenzial. Hier lesen Sie alles Wissenswerte zur Atomoxetin-Wirkung und zu Anwendung und möglichen Nebenwirkungen.

So wirkt Atomoxetin ?

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), teilweise auch hyperkinetische Störung genannt, beginnt meist schon während der Kindheit und umfasst verschiedene Symptome. In der Regel zeigen die Betroffenen eine eingeschränkte Aufmerksamkeit, eine gesteigerte Impulsivität und eine körperliche Unruhe. Das Ausmaß der psychischen Störung bestimmt, ob eine psychotherapeutische oder medikamentöse Behandlung notwendig ist.

Von den typischerweise in der ADHS-Therapie eingesetzten Stimulanzien (wie Methylphenidat und Amphetamin) weicht Atomoxetin erheblich ab. Die erwähnten Stimulanzien steigern die Konzentration bestimmter Botenstoffe im Gehirn (hauptsächlich von Noradrenalin und Dopamin), über die Nervenzellen (Neuronen) miteinander kommunizieren. Dadurch bessern sich die ADHS-Symptome.

Der Wirkstoff Atomoxetin, der chemisch sehr ähnlich wie das Antidepressivum Fluoxetin aufgebaut ist, nimmt eine Zwischenstellung zwischen ADHS-Medikament und Antidepressivum ein. Die Wirkung stellt sich wie bei Antidepressiva erst nach einigen Wochen ein, jedoch wirkt Atomoxetin nicht antidepressiv.

Im Gehirn wirkt es vielmehr als sogenannter selektiver Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (NARI – „noradrenaline reuptake inhibitor“). Dadurch steigt die Konzentration dieses Botenstoffs.

Der Dopamin-Hormonhaushalt wird aber nicht in relevantem Maß beeinflusst. Experten gehen davon aus, dass Atomoxetin unter anderem auch deshalb kein Abhängigkeitspotenzial hat – es wirkt zeitlich versetzt und bewirkt keine sofortige Ausschüttung vom „Glückshormon“ Dopamin.

Ein weiterer Effekt, der jedoch noch eingehend untersucht werden muss, ist die Wirkung von Atomoxetin auf sogenannte NMDA-Rezeptoren im Gehirn. Wissenschaftler gehen aktuell davon aus, dass dieser Botenstoff auch maßgeblich an der Entstehung von ADHS beteiligt ist.

Anweisung

So wird Atomoxetin angewendet

Die Einnahme von Atomoxetin erfolgt üblicherweise als Einzeldosis am Morgen. Die Kapsel kann unabhängig von einer Mahlzeit mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden. Bei unerwünschten Arzneimittelwirkungen nach der Einnahme (beispielsweise Übelkeit) kann die Einnahme auch jeweils zur Hälfte am Morgen und am Abend erfolgen.

Bei Kindern und Jugendlichen über 70 Kilogramm Körpergewicht sowie Erwachsenen kommt zu Beginn meist eine Dosierung von 40 Milligramm Atomoxetin für mindestens eine Woche zum Einsatz. Die Dosierung kann abhängig von der Wirkung (diese setzt erst nach zwei bis vier Wochen vollständig ein) auf 80 Milligramm Atomoxetin gesteigert werden. Für Kinder und Jugendliche unter 70 Kilogramm muss die Dosierung entsprechend reduziert werden. Die vom Hersteller empfohlene tägliche Maximaldosis beträgt 100 Milligramm Wirkstoff, da höhere Dosierungen nicht zwingend eine gesteigerte Wirkung hervorrufen.

Kontraindikationen

Atomoxetin darf nicht eingesetzt werden bei

  • einer Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • schwerwiegenden Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems (schwerer Bluthochdruck, Herzmuskelschwäche, Angina pectoris, angeborenen Herzfehler, Erkrankungen des Herzmuskels, Herzinfarkt, möglicherweise lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen), der Blutgefäße (arterielle Durchblutungsstörungen) oder bei einer Störung der Durchblutung des Gehirns (Blutgefäßriss, Schlaganfall), die durch einen Anstieg von Blutdruck oder Puls verschlimmert werden können
  • Anwendung eines Antidepressivums aus der Wirkstoffgruppe der MAO-Hemmer
  • Patienten mit einer Sonderform des grünen Stars, dem Engwinkelglaukom, da Atomoxetin bei ihnen in klinischen Studien eine krankhafte Pupillenerweiterung verursachte
  • Entwicklung einer Gelbsucht oder durch Laborwerte belegter Leberschädigung. Hier muss der Wirkstoff sofort abgesetzt und die Behandlung darf nicht wieder aufgenommen werden.

Nur mit besonderer ärztlicher Vorsicht sollte Atomoxetin eingesetzt werden bei

  • Patienten mit Neigung zu niedrigem Blutdruck wegen der Gefahr eines weiteren Blutdruckabfalls
  • EKG-Veränderungen wie einer angeborenem langen QT-Zeit oder einer Verlängerung derselben in der Familie
  • Patienten, die nicht ausreichend wachsen oder nicht ausreichend an Gewicht zunehmen. Hier ist besonders eine Langzeitbehandlung mit dem Wirkstoff riskant
  • Selbstmordgedanken oder -neigung, weil sich diese durch die Behandlung verstärken können
  • Psychosen und Übersteigung (Manie), ebenso wie Aggressionen, Gefühlsschwankungen und Epilepsie, da die Krankheitszeichen durch Atomoxetin verschlimmert werden können.

Hinweis:
Atomoxetin ist nicht zur Behandlung von Depressionen (Episoden einer Major Depression) und/oder Angststörungen geeignet.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Atomoxetin darf während der Schwangerschaft nicht eingesetzt werden, es sei denn, der Arzt sieht einen Nutzen, der das Risiko für das Kind rechtfertigt.

Atomoxetin und/oder seine Abbauprodukte werden bei Ratten in die Milch ausgeschieden. Es ist nicht bekannt, ob Atomoxetin beim Menschen in die Muttermilch ausgeschieden wird. Aufgrund der unzureichenden Studien dazu dürfen stillende Mütter Atomoxetin nicht anwenden.

Mögliche Nebenwirkungen

Bei mehr als jedem zehnten Patienten treten unerwünschte Wirkungen wie verminderter Appetit, Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, erhöhter Blutdruck und ein beschleunigter Herzschlag auf.

Bei einem von zehn bis hundert Behandelten kommt es zu Atomoxetin-Nebenwirkungen wie Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Schlaflosigkeit, Angst, Depressionen, Tics, Schwindel, Pupillenerweiterung, Verstopfung, Verdauungsstörungen, Hautausschlag, Juckreiz, Müdigkeit und Gewichtsverlust.

Wechselwirkung

Was ist bei der Einnahme von Atomoxetin zu beachten?

Bei gleichzeitiger Anwendung von Atomoxetin und anderen Wirkstoffen, die über das gleiche Enzym (Cytochrom 2D6) abgebaut werden, kann es zu einer gegenseitigen Beeinflussung kommen, da meist ein Wirkstoff bevorzugt abgebaut wird und der andere sich im Körper ansammelt. Beispiele für solche Wirkstoffe sind Antidepressiva wie MAO-Hemmer (wie Tranylcypromin, Moclobemid) und SSRIs (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer wie Fluoxetin, Paroxetin), Antiallergika (wie Terbinafin) und Wirkstoffe gegen Herzrhythmusstörungen (wie Chinidin).

Arzneimittel, die den Herzrhythmus auf eine bestimmte Weise beeinflussen (eine QT-Zeit-Verlängerung bewirken), sollten nicht mit Atomoxetin kombiniert werden. Für solche Wirkstoffe gibt es zahlreiche Beispiele wie etwa Mittel gegen Psychosen und Schizophrenie, Wirkstoffe gegen Herzrhythmusstörungen, Antibiotika und Antidepressiva.

Die Wirkung von β2-Agonisten, die zur Akutbehandlung (wie Salbutamol) oder Dauerbehandlung (wie Salmeterol, Formoterol) von Asthma angewendet werden, kann sich durch die Kombination mit Atomoxetin verstärken. Dadurch kann es beispielsweise zu erhöhtem Blutdruck und beschleunigtem Herzschlag kommen. Gleichzeitig kann Atomoxetin die Wirkung von Blutdrucksenkern abschwächen.

Da die Daten zur Einnahme von Atomoxetin in der Schwangerschaft und Stillzeit nur begrenzt sind, sollte auf eine Behandlung verzichtet werden. Tierstudien zufolge geht Atomoxetin in die Muttermilch über.

Wie bei Antidepressiva kann die Einnahme von Atomoxetin bei Jugendlichen zu vermehrtem suizidalen Verhalten führen. Gefährdete Jugendliche sollten dementsprechend überwacht werden.

Die Studienlage belegt eine sichere und wirksame Anwendung von Atomoxetin bei Kindern und Jugendlichen ab sechs Jahren sowie Erwachsenen, jedoch nicht bei Patienten über 65 Jahre.

Die Behandlung von Patienten mit Leberfunktionsstörungen sollte nur mit reduzierter Atomoxetin-Dosierung erfolgen.

Aufbewahrung

Lagern Sie Atomoxetin bei Raumtemperatur zwischen 20-25° C. Von Licht und Feuchtigkeit fernhalten. Lagern Sie die Medikamente nicht im Badezimmer. Behalten Sie alle Rauschgifte weg von der Reichweite von Kindern und Haustieren.